Neuer Artikel über Geschlechterbeziehungen und Flüchtlinge

Mein aktueller Artikel wurde in der Peripherie veröffentlicht.

 

Krause, Ulrike (2015), ‘Zwischen Schutz und Scham? Flüchtlingslager, Gewalt und Geschlechterverhältnisse’, Peripherie: Zeitschrift für Politik und Ökonomie in der Dritten Welt, 35 (138/139), 235-59.

 

Abstract

The article discusses the questions how gender relations change in refugee camps and which role sexual and gender-based violence plays. The majority of refugees are displaced due to conflicts which is why refugee camps constitute post-conflict situations. Despite protection and assistance measures, such camps are criticized for prevailing restrictions and the prevalence of sexual and gender-based violence. In the article, the questions are analyzed based on empirical study in Uganda. After an analysis of the structures in the refugee settlement, forms and conditions of sexual and gender-based violence as well as the changing gender relations are explored. It is argued, that on the one hand diverse interdependent forms of sexual and gender-based violence as well as victims and perpetrator structures exist, and that on the other hand the violence is linked with the changing gender relations as well as traumatic experiences made in the refugee contexts, during conflict and flight.

 

Zusammenfassung

Der Beitrag geht den Fragen nach, wie sich Geschlechterbeziehungen in Flüchtlingslagern verändern, und welche Rolle die sexuelle und geschlechterbasierte Gewalt spielt. Die Mehrheit der Flüchtlinge weltweit flieht vor Konflikten, sodass Flüchtlingslager Postkonfliktsituationen darstellen, die trotz Hilfs- und Schutzmaßnahmen als restriktiv kritisiert werden und wo die sexuelle und geschlechterbasierte Gewalt anhält. In dem Beitrag wird den Fragen anhand einer empirischen Studie in Uganda nachgegangen. Nach einer Analyse der Strukturen in der Flüchtlingssiedlung werden die Formen und Bedingungen der sexuellen und geschlechterbasierten Gewalt in der Flüchtlingssiedlung sowie letztlich die veränderten Geschlechterbeziehungen untersucht. Es wird argumentiert, dass einerseits verschiedene interdependente Formen sexueller und geschlechterbasierter Gewalt sowie Opfer- und Täterstrukturen in der Flüchtlingssiedlung vorherrschen, und dass andererseits die Gewalt mit den veränderten Geschlechterbeziehungen und den traumatischen Erlebnissen im Flüchtlingskontext, Konflikt und auf der Flucht zusammenhängen.

 

Der Artikel basiert auf dem Forschungsprojekt “Geschlechterbeziehungen im begrenzten Raum“, finanziert durch die Deutsche Stiftung Friedensforschung.